| Als sich die EthnologInnen in den 1970er Jahren mit der Tatsache konfrontiert sahen, dass in den Ländern des Südens immer mehr Leute vom Land in die Städte abwandern, begannen sie sich vermehrt mit den Städten zu beschäftigen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Städte längst ein Forschungsgegenstand der Soziologen, Stadtplaner, Architekten und Sozialarbeiter geworden. Es setzte eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage ein: Wie können EthnologInnen, geschult in kleinen, überschaubaren, dörflichen Gesellschaften zu forschen, in der Stadt arbeiten? Welche Methoden sind geeignet, welche Fragestellungen sinnvoll? Was ist der spezifisch ethnologische Beitrag zur Erforschung der Stadt? Gleichzeitig fand eine Beschäftigung mit der Geschichte der Stadtforschung statt.
Der Ethnologe Hannerz hat dazu 1980 einen guten Überblick verfasst. Wir werden einzelne Kapitel aus seinem Buch als Grundlage für alle TeilnehmerInnen lesen. Hannerz vernachlässigt die Rolle der Frauen und die Arbeiten französischer Autoren. Anhand von ausgewählten Textbeispielen werden diese Lücken geschlossen. Nachdem wir dieses Grundlagenwissen erarbeitet haben, werden Hausarbeiten von einzelnen StudentInnen vorgestellt. Themen sind: Armut und Elite, informeller Sektor, Ethnizität, Netzwerkanalyse, Globalisierung. Ziel: Einführung in Theorie und Praxis der Urbanethnologie. |