Forschungsansätze der Medizinethnologie

Dozent/in Brigit Obrist
Veranstaltungsart Seminar
Wann Mi 10-12
Ort Ethnologisches Seminar
Sprechstunde

Mi 14-16 und nach Vereinbarung

   
 
Inhalt
In den 1980er und 1990er Jahren hat sich die Medizinethnologie (engl. Medical Anthropology) als Spezialgebiet der Ethnologie etabliert. In diesem Seminar setzen wir uns mit verschiedenen Forschungsansätzen auseinander, die alle der verstehenden Ethnologie zugeordnet werden können. Sie gehen davon aus, dass Kranksein und Heilen immer auch Interpretation bedeutet. Die kranke Person, ihre sozialen Bezugspersonen und der Heiler bzw. die Heilerin interpretieren Zeichen, Symptome, Befindlichkeiten und Ursachen und ordnen sie in das Alltags- bzw. Expertenwissen ihrer Gesellschaft ein. Stellen wir die kranke Person in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses und folgen ihr auf der Suche nach Genesung, so können wir nachvollziehen, wie Kranksein in sozialen Interaktionen kulturell konstruiert wird. Es muss aber immer auch berücksichtigt werden, dass die natürlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen das Kranksein ebenso beeinflussen. In diesem Seminar lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, diese verschiedenen, einander auch ergänzenden Sichtweisen zu begründen, sie einander gegenüberzustellen und kritisch zu diskutieren.
 
Programm
Einführung

Kranksein als kulturelle Konstruktion

Kranksein als sozialer Prozess

Kranksein als Produkt gesellschaftlicher Veränderungsprozesse

Detailprogramm

 

 
Literatur
Helman, Cecil G. (2000). Culture, Health and Illness. An Introduction for Health Professionals. (4th ed.) Oxford: Butterworth-Heinemann.


Pfleiderer Beatrix, Katarina Greifeld und Wolfgang Bichmann. (1995) Ritual und Heilung. Eine Einführung in die Ethnomedizin. Berlin: Reimer Verlag.


Sich, Dorothea, Hans-Jochen Diesfeld, Angelika Deigner, Monika Habermann, Hrsg. (1993) Medizin und Kultur. Frankfurt a.M.: Peter Lang.

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Literatur

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