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Imagination, ästhetische Praxis und globale Kunstwelt
In keinem anderen Bereich der künstlerischen Ausdrucksformen Afrikas vermittelt sich die besondere Qualität und Lebendigkeit dessen, was seit den 1980er Jahren unter den Stichwörtern "Hybridität", "Synkretisierung" und/oder "Kreolisierung" verhandelt wird, so deutlich wie in dem Bereich der visuellen Medien. In den Feldern Film, Video und Photographie bis hin zur zeitgenössischen Plastik und Malerei artikuliert sich die dem Prozess der Globalisierung gemeinhin zugeschriebene raumzeitliche Verdichtung und macht damit die visuelle Präsenz ehemals ferner Welten auf eigentümliche Art und Weise anschaulich. Neue eigene Bildwelten sind entstanden, die sich weder auf ältere traditionelle Wurzeln noch auf ein Nachahmen der Moderne reduzieren lassen. Doch so sehr die Existenz dieser neuen Bildwelten mittlerweile auch anerkannt und als Ausdruck afrikanischen Kreativität und Schaffenskraft zum Teil euphorisch gefeiert worden ist, so unklar ist bislang ihre Bedeutung für die Erfahrung und das Handeln der in und mit diesen Bildwelten lebenden Individuen. Im Rahmen des im Juli 2000 eingerichteten Kulturwissenschaftlichen Forschungskollegs "Lokales Handeln in Afrika im Kontext globaler Einflüsse" geht das von Till Förster geleitete Teilprojekt Imagination, ästhetische Praxis und globale dieser Frage auf einer empirischen Ebene nach. In regionalen Fallstudien sollen unterschiedliche visuelle Medien (Malerei, Plastik, Photographie, in einer späteren Phase auch Video) unter dem Gesichtspunkt der jeweiligen Interaktion zwischen den drei Kategorien Imagination, ästhetische Praxis und globale Kunstwelt untersucht und mit Blick auf ihre Bedeutung für das lokale Handeln erforscht werden. Als Leitmotiv aller Fallstudien dient dabei die These, dass sich visuelle Medien anders reproduzieren und in einem anderen Verhältnis zur Intentionalität des menschlichen Handelns stehen, als kognitive Leistungen, die sich in sprachlichen Begriffen und Sinnkonstruktionen ausdrücken. Ausgangspunkt ist daher die Intentionalität der Handelnden. Für das vorliegende Projekt heisst dies, Sehen und Gestalten sollen daraufhin befragt werden:
Die Fallstudie von Till Förster, die in Bamenda und Fumban (Kamerun) durchgeführt wird, beschäftigt sich mit der Entstehung der populären Malerei. Im Vordergrund steht hier der Wandel der Bildlichkeit und des Sehens vor dem Hintergrund einer Gesellschaft, die bereits seit langem mit Kunstformen vertraut ist. |
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