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Growing Old in the CityHealth Transition among the Elderly in North Sulawesi, Indonesia. An Anthropological Approach to Old-Age Research.
“ALTERN UND GESUNDHEIT IM STÄDTISCHEN KONTEXT INDONESIENS” Altern in Städten Indonesiens ist heutzutage durch zwei sich gegenseitig beeinflussende Prozesse geprägt: Auf der einen Seite lösen sich sogenannte traditionelle sozio-ökonomische Netzwerke immer stärker und schneller auf, und auf der andern Seite sind staatliche und private Wohlfahrtseinrichtungen insbesondere für ältere Leute kaum existent oder zugänglich. Diese ‘Zwischen Stuhl und Bank’-Situation der alten Leute in Indonesien wird noch durch den Prozess der ‘Health Transition’ (demographische und epidemiologische Veränderung sowie Änderung des Lebenstils) verstärkt, wobei sich diese oben genannten Vorgänge insbesondere im urbanen Raum manifestieren. Die Wahrnehmung von ‘alt werden’ wird in den drei Untersuchungsstädten in Nord-Sulawesi durch die individuelle ‘Herrschaft über den Körper und Geist’ repräsentiert, also nicht durch eine konkrete Altersgrenze (etwa 60 Jahre) oder biomedizinische Diagnose. Die graduelle Verminderung der physischen und geistigen Kompetenz eines alternden Menschen wird durch folgende Veränderungen wahrgenommen: Abnahme der Sehkraft, Verringerung des Gehörs, Verlust der Zähne, Rückgang der Beweglichkeit und Verminderung des geistigen Aufnahme- und Erinnerungsvermögens. Die alten Leute bewerten individuell diese degenerativen Vorgänge innerhalb ihres Handlungskontextes, zum Beispiel anhand der Durchführbarkeit der täglichen Aktivitäten, und reagieren mit verschiedenen Strategien darauf. Allgemein führen diese geschilderten Alterungsprozesse allmählich zu einer erhöhten sozio-ökonomischen Abhängigkeit der alten Leute und in letzter Konsequenz zu deren sozialen Ausschluss. ‘Gesundsein’ und ‚Kranksein’ vor dem Hintergrund des Alterns im urbanen Umfeld von Nord-Sulawesi werden von den Alten in differenzierter Weise wahrgenommen. Gesundsein umfasst ein sehr breites Spektrum von Ausgeglichenheit, Regelmässigkeit, Mässigung und Zurückhaltung sowie Eigenständigkeit und Unversehrtheit und knüpft damit an ein in Südostasien weit verbreitetes kognitives Harmonie- oder Gleichgewichtskonzept an. Bezüglich Kranksein nehmen die alten Leute eine feine Unterscheidung in drei Wahrnehmungskategorien vor, nämlich eine Gesundheitsveränderung wirkt A) störend, B) beängstigend und/oder C) gefährdend. Die Begründungen dieser Perzeption führen uns zu folgenden möglichen Schlüssen: Mit Störung (A) werden Veränderungen assoziiert, die insbesondere bei Alltagsaktivitäten behindernd wirken (etwa Verminderung der Sehkraft oder Dementia); als beängstigend (B) werden vor allem Symptome genannt, deren Gründe und Auswirkungen nicht klar sind und die einen ungewissen Verlauf nehmen können (wie Brustschmerzen oder chronisches Fieber); eine Gefährdung (C) hingegen besteht in der Regel in einem Zusammenhang mit weiteren zukunftsgerichteten körperlichen und geistigen Komplikationen und Verschlechterungen (zum Beispiel zu hoher Blutdruck oder Diabetes). Dabei wirkt der Erfahrungskontext als sehr prägend, das heisst, der einzelne alte Mensch hat schon einmal reale Erfahrungen mit einem gesundheitlichen Problem gemacht. |
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