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Historische Anthropologie Europas
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Inhalt |
Seit mehr als zwanzig Jahren werden „ethnographische“ Methoden und Fragestellungen in der Geschichtswissenschaft lebhaft diskutiert. Sozialhistorische Mikrostudien, die vergangenes Alltagsleben beschreiben wollen, berufen sich ebenso nachdrücklich auf ethnologische Autoren wie die Vertreter einer „Neuen Kulturgeschichte“. Parallel dazu historisiert sich die Ethnologie; Ethnolog/inn/en erkennen immer öfter nicht nur die Möglichkeit geschichtlicher Veränderungen an, sondern beschreiben sie auch in ihren Werken. Damit verändert sich nicht nur der Gegenstandsbereich von Ethnologie, sondern auch der Methodenvorrat und nicht zuletzt die Art der Beschreibung von Gesellschaften. In diesem Kurs sollen neuere „ethnologienahe“ Werke aus der Geschichtswissenschaft im Vordergrund stehen. Ist ihr Versuch erfolgreich, Geschichte ethnologisch zu schreiben? Reichen die Quellen der Historiker aus, um ethnographische Beschreibungen zu liefern? Das heißt auch: was macht eine ethnographische Beschreibung eigentlich aus? Was unterscheidet sie von den Beschreibungen anderer Disziplinen, und kann man diese spezifische Qualität beibehalten, wenn man den Blick in die Vergangenheit richtet? Was kann die Ethnologie umgekehrt aus historischen Beschreibungen lernen, und wie verändert sich das Fach, wenn es die Historizität ernst nimmt? Die Diskussion dieser Fragen anhand konkreter Werke wird uns nebenbei Einblicke in die historische Ethnologie europäischer Gesellschaften des 18. und 19. Jahrhundert geben. |
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Literatur |
| Dülmen, Richard van: Historische Anthropologie. Entwicklung, Probleme, Aufgaben. 2°. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien, 2001.
Evans-Pritchard, Edward: Anthropology and History. Manchester, University Press 1961. |
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