| Zusammen mit den Übungen „Wirtschaft“ und „Soziale Organisation“ gehört die Übung „Kultur“ zu den Veranstaltungen, in denen für das Studium der Ethnologie notwendiges Basiswissen und grundlegende Konzepte vermittelt werden. Im Verlauf dieser Veranstaltung werden Grundlagen für das Verständnis von „Kultur“ gelegt.
Der Begriff „Kultur“ wird in der Ethnologie grundsätzlich auf zwei Ebenen verwendet. Auf der einen Seite steht „Kultur“ für die variable Gesamtheit menschlicher Vorstellungen, Handlungsmuster und Verhaltensmöglichkeiten. Auf der anderen Seite stehen einzelne Gesellschaften und Gruppen mit ihren jeweiligen Lebensbedingungen, sozialen Lebenswelten und verschiedenen kulturellen Teilbereichen. Gegenstand der Übung ist zunächst der Kulturbegriff selbst, d.h. wie, in welchen Zusammenhängen und mit welcher Absicht der Terminus „Kultur“ verwendet wurde und wird. Im Anschluss daran werden verschiedene Teilaspekte behandelt: Grenzziehungsstrategien (Ethnizität, Identität), Wissensysteme und Weltbilder, Themen aus dem Bereich der Religionsethnologie (Mythos, Ritual, Magie, Hexerei, Heilserwartungsbewegungen), die Debatte um rationales Handeln sowie der vielfältige Bereich der Handlungs- und Ausdrucksformen (Sprache, Symbol, Erinnerung und Tradition).
Die Themen der einzelnen Sitzungen werden anhand von bereitgestellten Texten erarbeitet. Die aktive Teilnahme und die Übernahme eines benoteten Kurzreferates, das anhand eines Thesenpapiers gehalten wird, sind Bedingung für die Erwerbung eines Scheins. |